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10.03.2021

Den Schutzhelm gegen die Tastatur getauscht

Was macht ein IT-Mitarbeiter in einem Strassen- und Tiefbauunternehmen, in dem sich die Mehrheit der Mitarbeitenden handwerklich betätigt? Dominik Jetzer ist verantwortlich für den Bereich «IT Bau» und Ansprechperson für die Bauführer, Poliere und Vorarbeiter, die «draussen» arbeiten. Dominik gibt hier einen Einblick in seinen Arbeitsalltag.

Der Schreibtisch ist aufgeräumt, das Büro fast schon minimalistisch eingerichtet. Ordner, Baupläne, Papierrapporte und Bestellungen stapeln sich hier nicht mehr, sondern sind im Archiv verstaut. Wer das Büro von Dominik Jetzer betritt, trifft auf einen typischen Arbeitsplatz eines kaufmännischen Angestellten, der einen Grossteil der Arbeiten am Computer erledigt. Dominik Jetzer sitzt noch nicht lange hier drinnen, war er doch bis vor eineinhalb Jahren Bauführer bei der Cellere Bau AG und hauptsächlich draussen an der «Front» unterwegs. Seit seinem Wechsel in die IT-Abteilung ist das anders.

Vielfältiger Aufgabenbereich
Dominik ist verantwortlich für das SAP, die Tagesrapporte und die Cellere-App, über welche die Poliere ihre Stunden und Spesen eintragen und Materialbestellungen tätigen können. Weiter unterstützt er die Mitarbeitenden in sämtlichen IT-Belangen und betreut diverse Projekte, die die Digitalisierung im Unternehmen vorantreiben sollen. Zudem ist er Teil des internen Innovationsteams. Dieses besteht aus 15 Mitarbeitenden aus unterschiedlichen Regionen und Berufen. Einmal pro Quartal trifft sich die Gruppe für einen Workshop, um neue Ideen und Visionen für die Firma zu entwickeln.

Das Hobby wird zum Beruf
Doch wie hat es Dominik überhaupt von der Baustellenwelt ins Büro verschlagen? «Mein Interesse an der IT war schon immer gross. Ich habe quasi mein Hobby zum Beruf gemacht», erzählt der 32-jährige Thurgauer, der in seiner Freizeit bereits Webseiten entwickelte und seine Wohnung auf «Smart Home» umrüstete. Seit knapp acht Jahren ist er bei der Firma Cellere beschäftigt. Nach seiner Lehre als Bauzeichner wurde er Bauleiter, dann Techniker Tiefbau und schliesslich Bauführer, wobei er mehrere Baustellen in der Region Thurgau leitete. Seine Erfahrungen auf dem Bau zahlen sich natürlich bei der heutigen Tätigkeit aus. Als Ansprechperson für die Mitarbeitenden auf der Baustelle kennt er deren IT-Probleme und Herausforderungen.
Aber ist es nicht etwas unangenehm, die Anlaufstelle für Probleme zu sein? «Nein, das macht mir überhaupt nichts aus. Ich helfe sehr gerne und meistens sind meine Kollegen und Kolleginnen danach dankbar. Ich empfinde meine Aufgabe als Bindeglied zwischen der IT und dem Bau als sehr erfüllend.» Dass er vorher auf dem Bau gearbeitet hat, schafft zusätzliche Akzeptanz bei den Mitarbeitenden. Die Kehrseite der Medaille: Sämtliches Informatik-Fachwissen hat er sich selbst angeeignet, und in manchen Bereichen stellt er Lücken fest. Das ist mit zusätzlichem Lernaufwand verbunden. Doch auch das bringt Dominik Jetzer nicht aus der Ruhe: Ganz nach dem Prinzip «Learning by doing» eignet er sich permanent weiteres Wissen an. Zudem absolviert er demnächst seine erste IT-Weiterbildung.

Nicht ganz fehlerfrei
Trotz all der positiven Erfahrungen – ganz ohne Missgeschick verliefen seine ersten Monate in der IT nicht: «Bei unserem Intranet habe ich mich und sämtliche Mitarbeitende aus Versehen selbst ausgeschlossen. Während mehrerer Minuten hatten wir keinen Zugriff auf unser eigenes System. Dies dem Support mitzuteilen, war dann ziemlich peinlich.» Dominik ist sich sicher, dass ihm so ein Fehler nie wieder passieren wird. Heute kann er zum Glück sogar darüber lachen. Das hat sicherlich auch damit zu tun, dass ihm die Arbeit bei Cellere sehr gut gefällt. Für ein anderes Unternehmen tätig zu sein, kann er sich derzeit nicht vorstellen. «Obwohl wir in der IT nur zwei Personen sind, habe ich ständig Kontakt zu den anderen Mitarbeitenden. Vom Polier bis zur Geschäftsleitung habe ich mit jedem zu tun und bin mit allen per Du.» Und noch etwas ist ihm ganz wichtig: «Trotz der Grösse des Unternehmens herrscht eine familiäre Atmosphäre.» Der freundliche Umgang untereinander und die nahbare Geschäftsleitung seien entscheidende Punkte, welche die Unternehmenskultur so einzigartig machen. «Übers Mobiliar kann ich mich übrigens auch nicht beklagen», fügt er mit einem Zwinkern an. Er lässt sein Pult zu einem Stehtisch hochfahren und widmet sich den drei verpassten Anrufen von Mitarbeitenden, die in der kurzen Zeit unseres Gesprächs eingegangen sind.

Interview: Carla Loop



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