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Neugestaltung Bahnhofplatz Aadorf

InfrastrukturbauStrassenbau

Der Bahnhof in Aadorf TG musste bis Ende 2023 behindertengerecht saniert werden. Die Bauarbeiten boten die Gelegenheit, einen Begegnungsraum zu schaffen, der die Bedürfnisse der Zug- und Buskunden im Hinblick auf verkehrssicherheitsrelevante Themen abdeckt.

Die Vertreter der SBB, der Grundeigentümer Enver Jashari und dessen Architekt sowie die Vertreter der Politischen Gemeinde Aadorf verfolgten das gemeinsame Ziel, möglichst alle Bedürfnisse in diesem Projekt abzudecken. Nebst den Interessen dieser drei Parteien galt es, die Anforderungen der Postauto Schweiz AG zu erfüllen. Damit die Gelenkbusse genügend Platz haben würden und in beide Richtungen optimal verkehren könnten, bauten wir beidseitig eine Buskante. Für zusätzliche Stabilität schlossen wir diese Kante mit einer rund 50 m langen Betonplatte ab. Des Weiteren hoben wir den Bahnhofplatz im unteren Teil an. Dadurch liess sich die bisherige Steigung von fast 17% beim Einlenker in die Bahnhofstrasse auf rund 12% abflachen.

Treppenaufgang um 3 m versetzt
Die Rampe wurde auf die neue Perronhöhe verlängert. Den Treppenaufgang der Personenunterführung in Richtung Gleisanlage brachen wir ab, versetzten ihn um 3 m und  ersetzten ihn durch einen Neubau mit Natursteinblockstufen in Flucht der Rampe. Für die Oberfläche der Rampe waren eine Abdichtung aus PBD-Bahnen und eine 60 mm starke Schutzschicht aus Gussasphalt vorgesehen. Aus technischen Gründen entschied man sich aber für die Unternehmervariante aus Hartbeton. Während der Bauarbeiten stellten wir auf ganzer Länge zwischen Abstellgleis und Bauvorhaben im Abstand von 2.5 m ab Gleisachse eine Schutzwand mit einer Höhe von 2.5 m auf. Dadurch konnten wir auf den Einsatz eines Sicherheitswärters verzichten.

Überdachung von Treppe und Rampe
Die Rampen- und die Treppenanlage wurden so umgebaut, dass sie die BehiG-Anforderungen an überdachte Rampenanlagen erfüllen. Grundsätzlich gibt das Behindertengleichstellungsgesetz BehiG eine maximale Steigung von 6% bei den Zugängen zu den öffentlichen Anlagen vor. Da es situationsbedingt nicht immer möglich ist, solche langen Rampen zu erstellen, sieht das BehiG Ausnahmen vor. Nämlich dann, wenn Umbauten unverhältnismässig sind. In solchen Ausnahmefällen ist es erlaubt, Rampen etwas steiler – bis zu 12% Steigung – und damit auch deutlich kürzer zu bauen. Der untere Teil der Rampe, welcher ein Gefälle von knapp 12% aufweist, wurde deshalb belassen und mit einem flacheren Neubau von ca. 8.3% Steigung verlängert. Zur Umsetzung des BehiG müssen die SBB die bestehende Rampe, welche eine Neigung von über 10% aufweist, gemäss den Ausführungsbestimmungen zur Eisenbahnverordnung überdachen. Neu gibt es über die ganze Länge von Rampe bis Treppenaufgang ein Kundencenter- bzw. Bushaltestellendach. Wir erstellten es als Stahlbaukonstruktion mit einer Holzeindeckung – einer Dachplatte aus dreilagigen Brettschichtholzträgern – und einer Dachrandblende aus Metall.

Nachtarbeiten und Überwachung
Die Montage des Stahlbaus sowie des Holzbaus führten wir in Nachtschichten bei gesperrtem Abstellgleis und in der Betriebspause des Busverkehrs aus. Somit ergaben sich auch bezüglich Kundenverkehr keine Sicherheitsprobleme. Die weiteren Ausbauarbeiten wie Spengler, Dämmung, Abdichtung und Elektro erfolgten tagsüber unter Betrieb. In Richtung Gleis errichteten wir entlang des Dachrandes eine provisorische Absturzsicherung, welche auch als Schutzwand diente.

Frühwarnsystem im Einsatz
Während der Betonarbeiten bei der Personenunterführung wurden das angrenzende Abstellgleis und das Hauptgleis von einem Vermessungsdienstleister überwacht. Damit eintreffende Ereignisse, welche den Bahnverkehr stören, frühzeitig erkannt werden konnten, baute das Unternehmen mittels geodätischer Messungen ein Frühwarnsystem auf. Die Messanlage wurde so konzipiert, dass während der Messungen weder der Bahnbetrieb noch die Bauarbeiten beeinträchtigt wurden.

Alles aus einer Hand
Die Koordination und die Terminierung sämtlicher Arbeiten in den Disziplinen Strassen-, Tief-, Beton-, Holz- und Stahlbau, einschliesslich Dachdecker- und Spenglerarbeiten, liefen über uns. Damit hatten die SBB und die Gemeinde Aadorf einen Ansprechpartner, der sich um alles kümmert. Alle Arbeiten stimmten wir so ab, dass sie parallel erledigt werden und alle am Projekt Beteiligten ungehindert arbeiten konnten. Erfolgsrelevant war die Einhaltung der Termine. Um das Perrondach zu erstellen, bestand für Stahl und  Holzbau ein fixes Fenster von zwei Wochen – bis dann mussten die Betonbauten und die Vorarbeiten fertig sein. Herausfordernd war, dass auch die Baustelle für den Neubau auf dem Nachbargrundstück in Betrieb war und die Zuggäste überall hinliefen. Vorteile bot die Zusammenarbeit mit unserer Abteilung für Infrastrukturbau, die alle Betonarbeiten übernahm.

 

Bauherrschaft
SBB, Gemeinde Aadorf

Bausumme
CHF 2.1 Mio.

Bauzeit
Februar bis September 2023 (letzte Etappe 2024)

Zahlen
1300 m³ Aushub
1200 m³ Kieslieferungen
20 Schächte
370 m Randabschlüsse
1300 m² Planie für Beläge
450 t Bituminöse Beläge
210 m³ Beton
300 m² Perrondach (Stahlkonstruktion und Holzdach)

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