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Storchenbrücke: Wahrzeichen von Winterthur

Instandsetzung

Die knapp 30 Jahre alte Storchenbrücke in Winterthur wies erhebliche Schäden des Oberbaus sowie Chlorideinträge im Bereich der Niederhaltestangen auf, ein klares Indiz für beginnende Korrosion. Aus diesem Grund wurden wir mit der umfassenden Instandsetzung der im‑ posanten Schrägseilbrücke beauftragt. Die Brücke führt über das Gleisfeld der SBB – eine der Hauptverkehrsachsen der Schweiz – und stellte unsere Mitarbei‑ tenden daher vor grosse logistische und technische Herausforderungen.

Die Storchenbrücke verbindet das Vogel-sangquartier mit dem Tössfeld und über-spannt die SBB-Zuglinien Zürich–St. Gal-len sowie Winterthur–Bülach. Mit einer Spannweite von 130 m und einem 38 m hohen Pylon zählt sie zu den markantesten Brückenbauten der Stadt. Die Kombination aus ständiger Verkehrsbelastung und che-mischer Einwirkung von Tausalzen machte eine Sanierung erforderlich. Gemeinsam mit verschiedenen Subunternehmern starteten wir im Oktober 2024 mit den Bauarbeiten.

Bauablauf unter Betrieb
In acht Verkehrsetappen erneuerten wir den gesamten Oberbau – inklusive Abdich-tung, Belag, Randsteine und Fahrzeugrück-haltesystem. Die bestehenden Leitschran-ken wurden demontiert, überarbeitet und wieder montiert. Auch die Geländer mit den Schutzdächern über dem SBB-Gleis-feld ersetzten wir. Die bisherigen Gelän-der mit einer Höhe von 1.10 m entsprachen nicht mehr den aktuellen Sicherheitsvorga-ben. Neu montierten wir auf beiden Seiten der Brücke 1.30 m hohe Geländer mit dem bestehenden, aber neu aufbereiteten Hand-lauf. Im Bereich der Fahrbahnübergänge wurde der Fugenspalt ausgebaut, gejettet, neu betoniert und mit neuen Übergangs-konstruktionen sowie Polymerbeton aus-gestattet. Während der gesamten Bauzeit blieben der Fuss- und der Veloverkehr sowie der öffentliche Verkehr gewährleistet. Damit der Busbetrieb in beide Richtungen auf-rechterhalten werden konnte, wurde unter anderem eine provisorische Lichtsignal-anlage installiert. Der motorisierte Indivi-dualverkehr war zeitweise eingeschränkt und auf eine Spur reduziert.

Arbeiten über dem Gleisfeld
Eine besondere Herausforderung stellten die Arbeiten über dem dicht befahrenen SBB-Gleisfeld dar: Unterhalb der Brücke verlau-fen 21 Gleislinien, eine Totalsperrung war zu keinem Zeitpunkt möglich. Im Sommer 2025 nutzten wir daher nächtliche Sperr-fenster einzelner Linien zwischen 1 und 3 Uhr, um die Geländer und die Schutzdächer abschnittsweise zu montieren. Dabei waren alle Beteiligten – unsere eigenen Teams, das Geländer-Bauunternehmen, die Elektrofach-kräfte für die Erdung sowie das Sicherheits-personal der SBB – zeitgleich vor Ort. Jeder Handgriff musste sitzen: Es gab keine zweite Chance, keinen Plan B. Präzise Koordination und eingespieltes Teamwork waren hier ent-scheidend.

Instandsetzung unter Spannung
Eine technisch anspruchsvolle Aufgabe war die Instandsetzung der 8 m langen Nieder-haltestangen an den Widerlagern. Diese ins-gesamt 16 Stangen stehen je unter 40 bis 60 t Zugkraft, da sie den Auftrieb der Schrägseile kompensieren und somit die Fahrbahn im Gleichgewicht halten. Gemeinsam mit dem Subunternehmer für Vorspanntechnik so-wie dem Projektierungsteam entwickelten wir ein spezifisches Vorgehen, um die be-stehenden Stangen sicher auszubauen, die Gleitlager in den Widerlagern zu ersetzen und neue Spannkabel einzubauen – ohne da-bei die Stabilität der Brücke zu gefährden.

Arbeiten in luftiger Höhe
Auch der imposante Brückenpylon erhielt einen neuen Korrosionsschutzanstrich. Die Arbeiten erfolgten in Zusammenarbeit mit professionellen Industriekletterern, die den Anstrich aufwendig in luftiger Höhe aus-führten. Dass wir diese anspruchsvollen Arbeiten umsetzen und unsere fachliche Kompetenz unter Beweis stellen durften, erfüllt uns mit Stolz. Erfreulich ist, dass die Brücke Ende November 2025 planmässig wieder dem Ver-kehr übergeben werden konnte – als nach-haltig sanierte Schlüsselinfrastruktur für die Stadt Winterthur.

 

Bauherrschaft
Stadt Winterthur

Bausumme
CHF 2.8 Mio.

Bauzeit
Oktober 2024 bis November 2025

Zahlen
2300 m² Abdichtung
550 t Gussasphalt
40 t R4-Mörtel
16 Spannkabel
280 m Geländer
34 m Fahrbahnübergänge
550 m Randsteine
480 m² Korrosionsschutz

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